E-Commerce in Zeiten von Corona: Was sagen Statistiken?

Erfolgreich mit E-Commerce in Corona dank Statistik

Die Coronapandemie hat vieles in unserer Gesellschaft in nur wenigen Wochen verändert. Während Maßnahmen temporär sind, wurden einige Trends verstärkt und Veränderungen manifestieren sich. Vieles im Privaten und in der Arbeitswelt wurde kurzfristig in die digitale Welt verlagert. Dazu zählt natürlich auch in großem Maße der Handel. 

Geschäfte schlossen und wurden seltener und kürzer besucht als vor der Pandemie. Der Onlinehandel hingegen boomte und die Nachfrage stieg in kurzer Zeit immens. Dementsprechend stiegen Umsätze rasant an und neue Möglichkeiten für den Onlinehandel ergaben sich. Menschen, die vorher nie online kauften, waren auf einmal regelmäßige Kunden oder potenzielle Zielgruppen für den Onlinehandel.

E-Commerce vor der Coronapandemie

Selbstverständlich gewinnt der E-Commerce nicht erst seit Corona an Umsatz, Relevanz und Kunden, sondern steigerte auch davor jedes Jahr den Umsatz im Vergleich zum jeweiligen Vorjahr. Dies ist jedoch auch kein Geheimnis.
Im Folgenden wird darauf eingegangen, wie stark die Trends während Corona beschleunigt wurden, sich Kaufentscheidungen änderten und neue Zielgruppen in kürzester Zeit erschlossen wurden.

Der E-Commerce Boom seit 2020

Die untenstehende Grafik zeigt, dass ab Frühling 2020 viel mehr Menschen ihre Einkäufe plötzlich online tätigten, anstatt selber ins Geschäft zu gehen. Die Kalenderwoche 12 markiert ungefähr den Anfang der Pandemie in Europa im März 2020 und die damit verbundenen Einschränkungen in Deutschland. In den nachfolgenden Monaten sieht man einen klaren Trend nach oben. Doch auch nach über einem Jahr im Sommer 2021 hält dieser Trend an. Obwohl Geschäfte wieder offen sind, das Wetter gut ist und Menschen wieder mehr unterwegs sind. 

E-Commerce Trends während Corona - Statista Statistik

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1113346/umfrage/aenderung-des-einkaufsverhaltens-waehrend-der-corona-krise/

Der Umsatz im E-Commerce stieg 2020 auf 83,3 Mrd. Euro an und für das laufende Jahr wird sogar ein noch stärkerer Anstieg erwartet. Im Jahr 2019 waren es noch 72,6 Mrd. Euro.
Ein Trend, der sicherlich auch durch Corona verstärkt wurde, ist, dass nun auch immer mehr ältere Menschen online einkaufen im Vergleich zu den Jahren davor. 

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Eine Branche, die zudem seit Beginn der Pandemie am boomen ist, sind Lebensmittel aus dem Onlinehandel. Der Online-Umsatz mit Lebensmitteln legte um fast 70 Prozent zu. Auch Medikamente und Drogerieartikel wurden verstärkt online gekauft. Eigentlich alles Kategorien, die traditionell wenig online gekauft werden. Ohne Corona hätte es wohl noch Jahre gedauert, bis sich auch hier der Onlinehandel langsam etabliert hätte. Durch diesen sprunghaften Zuwachs sind jedoch auch diese Bereiche voll im Onlinehandel angekommen.  

Auch wenn man sich den Verlauf der letzten 20 Jahre ansieht, dann erkennt man, dass der Umsatz durch E-Commerce jedes Jahr stieg, es aber den größten Sprung von 2019 auf 2020 gab. Das gilt sowohl für den B2C- als auch den B2B-Bereich. 

Während 2001 der Umsatz des Onlinehandels in Deutschland noch bei unter 20 Mrd. Euro lag, waren es seit 2015 über 40 Mrd. Euro und im Jahre 2020 dann über 83 Mrd. Euro. Und diese Entwicklung scheint nicht am Ende zu sein. Ein weiterer klarer Anstieg in den nächsten Jahren gilt als sehr wahrscheinlich. Also ist es keineswegs so, dass der Hype nun vorbei wäre, sondern es gilt noch viele weitere Märkte zu erschließen. 

Der Blick auf die Altersklassen

Auch ein Blick auf das Alter der Kunden und die Veränderung in Bezug auf die Jahre zeigt, dass E-Commerce vor allem seit dem Aufkommen von Corona in Europa im Frühling 2020 längst nicht mehr nur ein Thema für die Jüngeren, sondern schon lange auch bei Menschen über 60 angekommen ist. Und das Potenzial in dieser Zielgruppe ist für die nächsten Jahre immer noch hoch. 2020 war jeder dritte Online-Käufer älter als 60. Also ist dies eine extrem große Zielgruppe, die 2020 von einem Jahr auf das andere extrem an Relevanz gewonnen hat und auch in Zukunft noch einen großen Markt mit vielen neuen Möglichkeiten bietet. Doch auch bei jüngeren Altersgruppen hat der Boom zu höheren Umsätzen geführt.  

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B2B vs. B2C

Natürlich gibt es Unterschiede zwischen B2B und B2C Geschäftsmodellen. Und auch der Einfluss von Corona auf die einzelnen Geschäftsmodelle waren unterschiedlich ausgeprägt. Einige Gewinner, wie Lebensmittel und Drogerieprodukte, wurden hier bereits an voriger Stelle erwähnt.

Einige Unternehmen, die vor der Coronapandemie wenig online aktiv waren, geschweige denn ihr Geschäftsmodell darauf auslegten, mussten sich mitunter schnell umstellen. Doch im B2C und B2B gelten normalerweise oft verschiedene Bedingungen, um erfolgreich zu sein. Auch wenn man sich die Veränderung in der Altersstruktur anguckt, ist klar, dass es auch für die im Schnitt älteren B2B Kunden immer wichtiger wird sich online gut aufzustellen. Im B2C war E-Commerce auf jeden Fall schon vor Corona etablierter als im B2B-Bereich. Der Boom drückte sich jedoch in beiden Bereichen aus und so mussten viele B2B Betriebe schnell umdenken. Natürlich ergeben sich daraus jedoch auch mitunter viele Chancen, um im B2B Onlinehandel nun die Nase vorne zu haben. 

Werden die neuen Kunden bleiben?

Wenn Geschäfte nun wieder offen bleiben und das öffentliche Leben mehr oder weniger voll zurück ist, bleibt die Frage, wie langfristig der Boom im Onlinehandel durch die Coronakrise ist.
Diesem Thema ging eine Studie des UPS(United Parcel Service) auf den Grund. UPS untersucht jährlich die Trends, Präferenzen und Erwartungen bezüglich des Onlinehandels. In diesem Jahr zeichnet diese Studie ein sehr positives Bild für alle, die etwas mit E-Commerce zu tun haben. Es scheint nämlich so, als würden die positiven Trends nicht einfach so abreißen oder sich wieder zurückentwickeln zu den Leveln von vor Corona. Ganz im Gegenteil. 

Viele, die während der Pandemie E-Commerce zum ersten Mal wirklich genutzt haben, bekamen nämlich die Vorteile zu spüren. Dazu gehören vor allem der Komfort und die große Auswahl. Dies gilt auch für den Lebensmittelhandel, der vor der Pandemie in Deutschland wenig Auftrieb, im Vergleich zu anderen Ländern, erfuhr und nun durch die Krise im Mainstream angekommen ist.

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Zu den Erwartungshaltungen der deutschen Kunden lässt sich sagen, dass eine kostenlose Lieferung und der allgemeine Ruf des Versanddienstleisters eine sehr wichtige Rolle spielen. 

Auch das Thema Nachhaltigkeit ist für Kunden in Deutschland von hoher Bedeutung. Etwa zwei Drittel der Befragten wünschen sich zum Beispiel nachhaltige Zustelloptionen. Die Aspekte der Zustellung und der Nachhaltigkeit kommen auch an anderen Stellen zur Geltung. Hier ist es dem Onlinehandel also zu empfehlen, langfristig in diese Bereiche zu investieren und den eigenen Shop und das Geschäftsmodell entsprechend anzupassen, sodass die Kunden und potenziellen Zielgruppen langfristig zufrieden sind. 

Fazit

Es zeigt sich, dass die Corona-Pandemie bestandene Entwicklungen im Onlinehandel lediglich beschleunigt hat, aber auch neue Kategorien erschlossen wurden. Der Online Sektor wird sicherlich nicht jedes Jahr so stark wachsen wie zuletzt, aber er wird definitiv weiter wachsen, relevanter werden und in immer mehr neue Bereiche eindringen.

Vor allem durch den Blick auf die Statistiken und anhaltende Trends lässt sich erkennen, dass die Nachfrage im E-Commerce insgesamt immer größer werden wird und diese auch noch lange nicht ausgeschöpft ist. Die Pandemie wird zu Ende gehen, aber die Veränderungen und die beschleunigten Trends werden dem E-Commerce erhalten bleiben.

Wir von P&M bieten hier als Digitalagentur alle Schritte von E-Commerce, über Consulting, technische Integration und Online Marketing Monitoring, bis hin zu Reporting & Analyse und beraten Sie gerne unverbindlich!

Quellen:

www.stores-shops.de/konzept/handelsstruktur/e-commerce-rekordumsatz-in-2020/

www.dw.com/de/corona-sorgt-f%C3%BCr-beispiellosen-boom-beim-onlinehandel/a-56348180

www.splendid-internet.de/blog/b2b-e-commerce-mobile-first-durch-die-corona-pandemie/

www.estrategy-magazin.de/archiv/2020/ausgabe-04-2020/7-fakten-wie-corona-das-einkaufsverhalten-im-b2b-umfeld-fuer-immer-veraendert.html

www.bevh.org/blog/post/2021/04/23/corona-effekt-im-e-commerce.html

www.e-commerce-magazin.de/kaufentscheidung-online-kaeufer-wollen-nicht-zur-vor-corona-zeit-zurueck/


Über den Autor

Julius Sengpiel

Julius Sengpiel hat Betriebswirtschaftslehre und Politikwissenschaft studiert. Ins Digital Marketing hat er sich gestürzt, weil er sich für Social Media und datenbasiertes Marketing interessiert.

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