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17. Januar 2024

Warum KI einen Unterschied in der User-Experience machen kann

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Die schnelle Entwicklung der künstlichen Intelligenz hat nicht nur die Tech-Welt auf den Kopf gestellt, sondern auch unsere Vorstellung von User Experience (UX) ordentlich verändert. KI ist heute nicht mehr nur ein Buzzword, sondern ein echter Game-Changer, der dazu in der Lage ist, das Nutzererlebnis auf eine ganz neue Ebene zu heben. Wir untersuchen gemeinsam, wie eine Zusammenarbeit aus UX/UI Designer:innen und der KI Nutzererlebnisse von digitalen Anwendungen effizienter, nachhaltiger, personalisierter und vor allem fesselnder machen kann.

Wichtige Potenziale der KI in der User-Experience

Erlebnisse auf individuelle Bedürfnisse der Nutzer:innen zuschneiden

Jede Person hat ihre eigenen Vorlieben oder Charakteristiken, die sich aus ethnischen Hintergründen, vergangenen Lebenssituationen, Lebensumständen oder Erfahrungen ergründen können. Um digitale Anwendungen personalisieren zu können, ist es wichtig, die Nutzer:innen ausreichend kennenzulernen. Traditionell können durch qualitative und quantitative Forschungsmethoden die Hauptnutzergruppen identifiziert werden und relevante Daten gesammelt werden. Besteht bereits eine veröffentlichte Anwendung, kann wertvolle Zeit gespart werden. Die künstliche Intelligenz kann das Verhalten der Nutzer:innen, deren Präferenzen und den Verlauf von Nutzerdaten analysieren. Mit diesem Wissen können im Projekt nicht nur potenzielle Probleme behoben werden, sondern es können auch relevante Features zur Anwendung hinzugefügt, sowie personalisierter Content, Empfehlungen und Layouts konzipiert werden. Die Nutzer:innen können sich langfristig verstanden fühlen und nach ihren Intentionen effizient handeln.

Langfristig einen Schritt voraus sein 

Aber das ist noch nicht alles: Die sogenannte Prädiktive UX führt uns eine Ebene höher. Die Prädiktive UX nutzt Machine Learning Methoden, um Muster im Verhalten der Nutzer:innen, deren Präferenzen und den Verlauf von Nutzerdaten zu analysieren. Auf der Grundlage der Analyse können fundierte Vorhersagen darüber getroffen werden, was die Nutzer:innen in naher Zukunft tun oder benötigen werden. Mit dieser Möglichkeit können wir die User-Experience proaktiver nutzbar machen. Das bedeutet, dass den Nutzer:innen aktiv Handlungen oder Informationen vorgeschlagen werden können, die für sie relevant sein könnten. Ein Beispiel hierfür ist, dass eine Online-Lernplattform bereits vorausschauend individuelle Lernpläne oder relevante Informationen zusammenstellen kann, die den Nutzer:innen bestmöglich beim Lernen unterstützen können. So können wir jeder Person Erlebnisse bieten, die intuitiv und nahtlos wirken – als wäre die Anwendung jederzeit einen Schritt voraus und bereit, im richtigen Moment zu helfen.

Ressourcen-Einsparungen durch Automatisierungen

Oftmals ist das Projektbudget knapp, weshalb es wichtig ist, die Ressourcen im UX/UI Design genau zu planen. Gerade aber die Konzeptionsphase einer digitalen Anwendung braucht genug Zeit, um zusätzliche Kosten in der späteren Implementierung sparen zu können. Deshalb ist die KI den UX/UI Designer:innen sehr willkommen, um wiederholende oder dokumentierende Aufgaben wie beispielsweise das Erstellen von Wireframes übernehmen zu können. Außerdem gibt es heutzutage eine Vielzahl von KI-Werkzeugen, die darauf ausgelegt sind, Designer:innen im Projektprozess zu unterstützen. Es können Nutzerinterviews transkribiert und mit einem generativen KI-Werkzeug wie ChatGPT der Output in jede Art von Dokumentation umgewandelt werden. Es können Moodboards, User-Flows, Journey Maps oder ganze Icon-Sets generiert werden. So kann jede Designer:in sich auf die strategischen und kreativen Aufgaben in der Konzeptphase konzentrieren.

Herausforderungen in der Gestaltung mit und für KI

Neben der Möglichkeit, die User-Experience positiv voranzutreiben, müssen auch Bedenken berücksichtigt werden. Die User-Experience kann nur positiv erweitert werden, wenn man auch die Bedenken und Herausforderungen, die die Künstliche Intelligenz im Projekt mitbringt, berücksichtigt. Im Folgenden sind die wichtigsten Herausforderungen aufgelistet und wie diese im UX/UI Design überwunden werden können.

Vertrauen von Nutzer:innen gewinnen

Studien zeigen, dass das Vertrauen in KI eine große Rolle spielt, wenn es darum geht, dass diese in digitalen Anwendungen akzeptiert und aktiv genutzt werden wollen. Vor allem Vertrauen in Kontexten, in denen traditionelle persönliche Geschäfte über virtuelle Medien abgewickelt werden, wie E-Commerce oder Online-Banking, ist der Indikator, wie positiv sie die Nutzererlebnisse einstufen. Um für KI-Systeme gestalten zu können, gilt es zuerst zu untersuchen, wie Nutzer:innen auf die Einführung von KI reagieren. Zudem sollte in der Gestaltung auf Techniken zurückgegriffen werden, um Ängste zu reduzieren und ein sicheres Umfeld der Nutzung zu gewährleisten. Nutzer:innen sollten visuell in Kenntnis gesetzt werden, wenn Content mit der KI generiert worden ist, so kann die Nutzer:in selbst entscheiden, ob sie dem Content vertrauen möchte oder nicht. Künstliche Intelligenz schaut manchmal aus, als wäre Magie am Werk. Wichtig ist, den Nutzer:innen visuell zu zeigen, was die KI eigentlich genau tut im Hintergrund und was die Nutzer:in beim Ergebnis erwarten kann. Zuletzt ist es wichtig, dass Nutzer:innen und KI miteinander agieren und sich Feedback geben können. Eine KI-Anwendung kann durch fehlende Datensätze oder Feedback nicht von den eigenen Fehlern lernen. Fragt der digitale Helfer aktiv die Nutzer:innen nach Feedback, kann nicht nur die Nutzer:in ein zwischenmenschliches Bindungsverhältnis eingehen und Vertrauen zum System aufbauen, sondern auch die KI kann sich stetig positiv weiterentwickeln, um in Zukunft Teil eines mehr vertrauenswürdigen Nutzererlebnisses sein zu können.

Sichere Konzepte für Privatsphäre & Datensicherheit

KI-Ergebnisse, die auf Benutzerdaten basieren, wie z. B. gesteuerte Personalisierung, können zu Datenschutzbedenken bei den Nutzer:innen führen. Designer:innen müssen daher robuste Datenschutzmaßnahmen umsetzen und die Zustimmung der Benutzer:innen für die Verwendung ihrer Daten einholen. Die zunehmende Verbreitung von KI-gestützten Lösungen hat zudem dazu geführt, dass Unternehmen und Privatpersonen zu einem größeren Zielobjekt für Cyberangriffe geworden sind. Diese Systeme verarbeiten und speichern Datensilos, die für Sicherheitslücken und Cyberangriffe hochgradig anfällig sind. Um diese Risiken zu minimieren, ist es wichtig, von Beginn an ein ausgearbeitetes Sicherheitskonzept zu implementieren.

Folgende Maßnahmen helfen, um KI-Systeme vor Cyberangriffen zu schützen:

  • KI-Systeme sollten nur mit den Daten gefüttert werden, die für ihre Funktion erforderlich sind. Die Daten sollten zudem mit starken Verschlüsselungsmethoden geschützt werden.
  • KI-Systeme sollten regelmäßig auf Sicherheitslücken gescannt werden. Außerdem sollten Sicherheitsupdates und Patches zeitnah installiert werden.
  • Der Zugriff auf KI-Systeme sollte streng kontrolliert werden. Nur autorisierte Personen sollten Zugang zu den Systemen haben.
Biases und Diskriminierung entgegenwirken

KI-Systeme lernen aus den Daten, aus denen sie trainiert werden. Wenn diese Daten voreingenommen sind, wird das KI-System auch voreingenommen sein. Dies könnte zu diskriminierenden Entscheidungen führen, die Einzelpersonen aufgrund von Faktoren wie Rasse, Geschlecht oder sozioökonomischem Status betreffen. Hier ein Anschauungsbeispiel: Ein KI-System, das auf einem Datensatz trainiert wurde, der hauptsächlich weiße Männer enthält, könnte dazu führen, dass das System weiße Männer als eher vertrauenswürdig einschätzt als Menschen anderer Rassen oder Geschlechter. Um Verzerrungen zu vermeiden, müssen KI-Systeme mit Datensätzen trainiert werden, die die Vielfalt der realen Welt widerspiegeln. Zudem müssen KI-Systeme regelmäßig auf Voreingenommenheiten überprüft werden. Für die Nutzung von KI-Tools im Designprozess gilt es, die Ergebnisse immer kritisch zu betrachten und den Outcome gewissenhaft zu überprüfen, da die Datensätze, mit denen trainiert worden sind, nicht bekannt sind.

Schlussfolgerung

Künstliche Intelligenz öffnet eine Tür voller Möglichkeiten, um Anwendungen zu gestalten, die gezielt auf die individuellen Bedürfnisse von Nutzer:innen eingehen kann und sogar fundiert vorhersagen kann, was die Nutzer:in in naher Zukunft tun oder benötigen wird, um die Nutzer:in vorausschauend unterstützen zu können. Die Nutzung kann Prozesse effizienter machen, sodass die Ressourcen an der richtigen Stelle verwendet werden können. Wenn es darum geht, eine ganzheitliche User-Experience mit und für Künstliche Intelligenz zu gestalten, ist es wichtig, zu Expert:innen zu gehen, welche die KI verstehen, diese effizient einsetzen können, Challenges einschätzen können und Unternehmen sicher beraten können.

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